IDHF: Nach den Zürcher Wahlen: Demokratische Rechte und den Kampf #CountMeIn weiter stärken
Die Wahlen in Zürich vom 8. März 2026 haben mit Blick auf die politischen Kräfteverhältnisse in der Stadt ein bemerkenswertes Bild aus Sicht linker und fortschrittlicher Kräfte gezeigt. Dass die rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat gehalten werden konnte, dass die AL ihre Stimmen ausbauen und ihre Stärke behaupten konnte, dass mit Balthasar Glättli einer der von uns unterstützten Kandidaten in den Stadtrat gewählt wurde und dass Tanja Maag mit einem starken Resultat ihren Sitz im Gemeinderat verteidigen konnte, zeigt erneut: In Zürich gibt es eine gesellschaftliche Basis für Positionen, die für Arbeit, Gleichheit, demokratische Rechte und ein würdiges Leben eintreten.
Für uns ist dieses Ergebnis insofern von Bedeutung, als Forderungen im Interesse der arbeitenden Bevölkerung und der breiten gesellschaftlichen Mehrheit sichtbarer geworden sind. Entscheidend ist jedoch, inwieweit die in Wahlphasen sichtbar werdende politische Haltung in gesellschaftlichen Kämpfen weiterentwickelt, organisiert und dauerhaft verankert wird. Denn die Ungleichheiten, mit denen Migrant:innen, Arbeiter:innen, Frauen, Jugendliche und andere unterdrückte Teile der Gesellschaft konfrontiert sind, gehen weit über den Wahlakt hinaus. Sie sind strukturell und durchziehen den gesamten gesellschaftlichen Alltag. Von Wohnen über Bildung und Arbeit bis hin zur politischen Repräsentation werden breite Teile der hier lebenden Bevölkerung weiterhin systematisch ausgeschlossen.
Gerade deshalb bleibt die Forderung unserer Kampagne #CountMeIn aktuell und legitim. Alle, die hier leben, arbeiten, produzieren und das Leben dieser Stadt mittragen, müssen politische Rechte haben. Dass das kommunale Stimmrecht unabhängig vom Aufenthaltsstatus allen Einwohner:innen zusteht, ist nicht nur eine rechtliche Frage, sondern eine dringende demokratische Notwendigkeit.
Wir grüssen die von uns unterstützten Kandidat:innen ebenso wie alle fortschrittlichen Kräfte, die im Wahlprozess für demokratische Rechte, soziale Gerechtigkeit und Gleichheit Position bezogen haben. Für die kommende Zeit ist unsere Aufgabe klar: die Solidarität ausbauen, den Kampf der Migrant:innen und der arbeitenden Bevölkerung für ihre Rechte voranbringen, die Forderung nach demokratischer Teilhabe entschlossener vertreten und den gemeinsamen Kampf auf einer stärker organisierten Grundlage weiterentwickeln. Mit dem Ende der Wahlen beginnt die eigentliche Verantwortung erst recht.
İDHF – Föderation für demokratische Rechte in der Schweiz
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