„Wir leben gemeinsam, also entscheiden wir gemeinsam!“
ZÜRICH – Die „Count Me In“-Initiative („Beni de Say“), die aus der Föderation Demokratischer Rechte Schweiz (İDHF) hervorgegangen ist, veröffentlichte auf dem Stauffacherplatz in Zürich eine Presseerklärung und erneuerte ihre Forderung nach dem kommunalen Stimmrecht für Migrant*innen.
Die Kundgebung fand am Freitag, den 29. November 2025, um 14:00 Uhr statt und wurde sowohl auf Türkisch als auch auf Deutsch abgehalten.
Neben türkischen und kurdischen revolutionären Organisationlaren unterstützten auch Schweizer Gruppen wie die „Demokratie-Initiative“, „Gegen Lager“ und „AL (Alternative Liste)“ die Aktion.
Die Teilnehmer*innen machten ihre Forderungen mit folgenden Parolen deutlich:
„Wir leben hier, wir produzieren – wir wollen wählen!“, „Wir gehören zu dieser Stadt – also gehören wir auch an die Urne!“ und
„Wir leben gemeinsam – also entscheiden wir gemeinsam!“
Zwei-Stimmen-Unterschied Hervorgehoben In der Erklärung wurde daran erinnert, dass im Jahr 2023 im Zürcher Kantonsparlament der Vorschlag, Migrant*innen das Stimmrecht bei kommunalen Wahlen zu gewähren, mit nur zwei Stimmen Unterschied (84 zu 82) abgelehnt wurde.
Dieser knappe Entscheid zeige deutlich, dass sich das Ergebnis durch eine organisierte Bewegung leicht ändern könne.
„Wir sind keine Gäste – wir sind Teil dieser Gesellschaft“
Sprecherinnen von Count Me In betonten, dass Millionen von Migrantinnen in der Schweiz leben, arbeiten, Steuern zahlen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, jedoch weiterhin von politischen Rechten ausgeschlossen bleiben.
„Wir sind keine vorübergehenden Gäste in diesem Land. Wir sind diejenigen, die die Straßen reinigen, in den Fabriken arbeiten, in den Krankenhäusern dienen. Wenn dieses System durch unsere Arbeit funktioniert, dann ist es selbstverständlich, dass wir auch an politischen Entscheidungen beteiligt sein müssen.“
Zentrale Forderung: Stimmrecht bei Kommunalwahlen
Die Initiative stellte ihre Hauptforderung klar:
Unabhängig vom Aufenthaltsstatus (C, B, F, N, S+ usw.) sollen alle Personen, die mindestens fünf Jahre ununterbrochen in der Schweiz leben und über 18 Jahre alt sind, das Recht haben, an kommunalen Wahlen teilzunehmen (passives Stimmrecht).
Dies sei kein Privileg, sondern ein grundlegendes demokratisches Recht.
Gemeinsames Ziel mit der „Demokratie-Initiative“, aber anderer Weg
Die Initiative erklärte, dass sie die Bemühungen der „Demokratie-Initiative“, die 100.000 Unterschriften zur Erleichterung der Einbürgerung gesammelt hat, aufmerksam verfolge und unterstütze.
Gleichzeitig betonte Count Me In:
„Angesichts des zunehmenden rechtspopulistischen Trends in Europa bauen wir unseren Kampf von unten, schrittweise und durch breite gesellschaftliche Organisierung auf. Unsere Priorität ist das kommunale Stimmrecht – unabhängig von der Staatsbürgerschaft.“
Aufruf zu Solidarität und Teilnahme am Kampf
Die Initiative rief alle Arbeiterinnen, Frauen, Migrantinnen, LGBTİ+-Personen und marginalisierten Gruppen, die an direkte Demokratie glauben, zur Solidarität und aktiven Teilnahme am Kampf auf.
Alle Menschen seien eingeladen, der Telegram-Gruppe beizutreten und die wachsende Organisierung zu unterstützen.
Die Kundgebung endete mit den Parolen:
„Stimmfreiheit – für alle!“
„Wir arbeiten, wir zahlen – wir wählen!“
„Wir leben hier – wir wählen hier!“












